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Erklärungen zu aktuellen Entwicklungen in der Fanszene der Eisbären Berlin

Erklärungen zu aktuellen Entwicklungen in der Fanszene der Eisbären Berlin

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27.11.2019

Erklärungen zu aktuellen Entwicklungen in der Fanszene der Eisbären Berlin

Eishockey ist ein familienfreundlicher Sport, in dem handfeste Auseinandersetzungen auf dem Eis ausgetragen werden und in sonst keiner anderen Form. Rivalitäten zwischen Mannschaften und ihren Fangruppierungen sind gut und sorgen für die extra Portion Stimmung. Dass es hierbei auch zu verbalen Entgleisungen, Provokationen, aus der Emotion geborener verbalisierter Gewalt oder ähnlichem kommen kann, ist nicht verwunderlich und aus Sicht aller ein mittlerweile völlig üblicher Bestandteil des Sportes. Emotionen gehören nun einmal zum Sport. Die Unterstützung aller Fans, egal ob Ultra oder VIP-Gast ist uns wichtig. Eine sorgenfreie und sichere Umgebung für unsere Zuschauer ist für uns Grundvoraussetzung für unseren Sport.

 

In der DEL erkennt man seit einigen Wochen einen negativen Trend. In immer mehr Stadien und Arenen kommt es zu körperlichen Auseinandersetzungen. Diese erreichen mittlerweile eine Qualität, die wir als Eisbären Berlin verurteilen und die aus unserer Sicht nichts mehr mit Fan-Sein, Ultra-Sein und Eishockey zu tun haben. Wenn Menschen sich gezielt auf den Weg machen um einzig und allein unter dem Deckmantel des friedlichen Sports körperliche Gewalt ausüben, ist eine Grenze überschritten, die wir als Eisbären nicht mehr tolerieren können und wollen.

Die negativen Höhepunkte der letzten Wochen aus Sicht der Eisbären müssen offen thematisiert werden.

 

Die Auseinandersetzung einiger Eisbären-Anhänger mit gewaltbereiten Iserlohn-Fans ist ein trauriges Kapitel der jüngsten Vergangenheit. Anwesende Kollegen der Eisbären waren Zeuge dieser vollkommen sinnlosen Aktion beider Seiten und wären beinahe selbst involviert gewesen. Die Folge waren sechs ausgesprochene bundesweite Stadionverbote für Eisbären-Fans.

 

Aktuell hält die DEL 125 Stadionverbote aufrecht. 25 davon wurden in 2019 ausgesprochen. 10 SVs sind gegen Anhänger der Eisbären ausgesprochen. Nach dem Spitzenjahr 2018 mit 77 Stadionverboten, davon 51 gegen Fans von Ingolstadt aus dem Spiel gegen Straubing, ist zumindest ein Abwärtstrend zu beobachten. Nichtsdestotrotz ist die Anzahl der SVs sowie die dahinter stehenden teilweise Straftaten eindeutig nicht das, was in unserem Sport Raum finden sollte.

 

In der Folge der Vorkommnisse von Iserlohn kehrte jedoch keine Ruhe bei den Eisbären ein.  Anhänger unserer Mannschaft waren auswärts in Crimmitschau und waren dort ebenfalls in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt. Trauriger Höhepunkt waren die Auseinandersetzungen im Sportforum im Rahmen des Regionalligaspiels Eisbären Juniors gegen Dresden im Welli, als erst durch hinzugerufene Einsatzkräfte der Polizei die Situation aufgelöst werden konnte.

 

All diese Vorkommnisse bestürzen uns und haben die Eisbären bundesweit in ein Licht gerückt, aus dem wir schnellstmöglich wieder heraustreten wollen. Die Eisbären Berlin distanzieren sich klar und deutlich von dieser Art der „Fankultur“. Schlägereien, Körperverletzungen, Hausfriedensbrüche, Gefangenenbefreiungen und Sachbeschädigungen haben in und rund um unsere Stadien und Arenen nichts zu suchen. Wir unterstützen die friedliche, laute, bunte Ultra-Fan-Kultur.

 

Hooliganismus gegenüber haben wir null Toleranz.

 

Die Landeskriminalämter und die Polizeidienststellen der einzelnen Länder sind bestrebt, dieser Entwicklung entgegenzutreten. Denn anders als vielleicht interpretiert, ist die Polizei daran interessiert, dass Ruhe in den Stadien herrscht.

 

Eine Konsequenz der Entwicklungen der letzten Wochen war die groß angelegte IDF-Maßnahme des Landeskriminalamtes im Rahmen unseres Heimspiels gegen die Iserlohn Roosters am 17. November. Hier hatten wir vor und während des Spiels massive Polizeipräsenz auf Vorplatz und in der Arena. Nach Abpfiff des Spiels kam es im Bereich Loading Dock der Arena zu diversen Personalienfeststellungen.

 

Die Maßnahme war den Eisbären angekündigt und auch die Erhöhung der üblichen Stärke der Polizeipräsenz war kommuniziert. Am Ende waren doppelt so viele Beamte an und in der Arena wie vorher angekündigt. Leider ist diese Aktion nicht in der Form abgelaufen, wie sie vorher zwischen LKA, Bundespolizei, Polizeiabschnitt und Eisbären abgesprochen war.

 

Zur Erklärung: Es sollte vor dem Spiel zu vereinzelten Personalienfestellungen kommen und es war besprochen, dass die Fahrzeuge dezent abgeparkt werden, einige Beamte dezent in einer Suite der Arena das Spiel und vor allem die angekündigten erlebnisorientierten Ultras der Iserlohn Roosters beobachten, um im Bedarfsfall reagieren zu können. Allein das Abparken von 9 Einsatzfahrzeugen vor dem Premium-Bereich sowie der Marsch einer Einsatzgruppe in voller Montur durch eben diesen Bereich war für viele Gäste verstörend. Weiterhin haben Gruppen von bis zu 10 Beamten in Einsatzkleidung im Umlauf der Hartmut Nickel Kurve nicht gerade für ein beruhigendes Gefühl gesorgt. Die nach dem Spiel durchgeführte Aktion war uns nicht angekündigt worden und hat uns ebenso überrascht wie jeden einzelnen Fan und Besucher der Arena, der diese Aktion beobachtete oder sogar involviert war.

 

Bereits während der Maßnahme haben Verantwortliche der Eisbären Berlin das Gespräch zu den verantwortlichen Beamten des LKA gesucht und die Aktion vor Ort bereits ausgewertet. Vor allem haben wir uns erklären lassen, welchen Sinn und Zweck diese Maßnahme überhaupt haben sollte.

 

Die Landeskriminalämter sind durch die Vorkommnisse in Iserlohn sowie vor einem Jahr in Straubing der Ansicht, dass Vorsicht besser als Nachsicht ist. Es ging bei dieser Maßnahme darum, Personalien zu sammeln, diese untereinander auszutauschen, um im Bedarfsfall Auswärtsfans gezielt ansprechen zu können. Hier hat man sich bei der Maßnahme auf die „Stimmungsmacher“ konzentriert, da man der Meinung ist, dass diese auch auswärts für entsprechende Stimmung sorgen und als Sprachrohr und Kommunikator für Auswärtsfans fungieren. Im Falle einer sich ankündigenden Auseinandersetzungen sollen diese Menschen gezielt angesprochen werden können um a) sollten sie auffällig werden, beruhigt werden zu können oder b) um auf Aggressoren beruhigend einwirken zu können, bevor es überhaupt zu einem Polizeieinsatz kommen muss.

 

Die Eisbären Berlin haben bereits während dieser Maßnahme erklärt, dass sie mit der Art und Weise der Durchführung in keiner Form einverstanden sind. Folgende Auswertungsgespräche mit den zuständigen Behörden werden dazu dienen, diesem Unverständnis erneut Ausdruck zu verleihen.

 

Es ist davon auszugehen, dass eine solche Polizeipräsenz und ähnliche Maßnahmen in naher Zukunft nicht mehr bei den Eisbären stattfinden. Die Absicherung der Heimspiele der Eisbären Berlin in der Mercedes-Benz Arena obliegt weiterhin dem Polizeiabschnitt 51. Dieser wird in gewohnt dezenter Stärke mit – je nach Auslastung der Arena und Gegner – mit 6-10 Beamten vor Ort sein. Die Absicherung des Sportforums obliegt weiterhin dem Abschnitt 61. Dieser wird seine Präsenz bei Spielen der Juniors mit einer gewissen Brisanz zukünftig dezent verstärken.

 

Die Eisbären haben in Sachen Stadionverbot immer die Politik der reichenden Hand und zweiten Chance verfolgt. Um dem gerecht zu werden, haben wir zu Beginn dieser Woche mit fünf der sechs Personen gesprochen, gegen die ein bundesweites SV ausgesprochen wurde. Nach diesem Termin und reiflicher Überlegung hat die Geschäftsleitung der Eisbären beschlossen, das Stadionverbot für diese Personen vorerst auch in Berlin aufrecht zu erhalten. Diese Stadionverbote der DEL haben aktuell eine Laufzeit bis zum 30.04.2022.

 

Wir möchten gemeinsam mit allen Fans daran arbeiten, ein sicheres, lockeres ungezwungenes und vor allem fröhliches Arena-Erlebnis an jedem Heimspieltag zu ermöglichen. Wir möchten keine Polizeipräsenz in dieser Form bei uns. Wir möchten unsere familienfreundliche und fanfreundliche Kultur weiter leben und zelebrieren. Wir vertrauen darauf, dass wir gemeinsam dafür sorgen können, dass unser und Euer Ansehen in der Liga weiter steigt und dass die Berliner Fans weiterhin als die lautesten und geilsten in der Republik bekannt sind und nicht als die schlagkräftigsten.

 

Eure

Eisbären Berlin im November 2019

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