Erstes Interview mit Neuzugang Neffin

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13.05.2026

„Freue mich, angreifen zu können“

Mit Jonas Neffin haben die Eisbären Berlin ihren ersten Neuzugang für die kommende Saison 2026/27 vorgestellt. Der gebürtige Iserlohner wird künftig das Berliner Tor hüten. Im Interview erklärt Berlins neue Nummer 75, wie es zu dem Wechsel kam und was für ein Typ er ist.

Herzlich willkommen bei den Eisbären Berlin, Jonas. Wie fühlt es sich an, jetzt offiziell Teil der Eisbären zu sein?

  • Ich freue mich sehr. Das Gerücht ging ja schon eine Weile rum. Ich habe aber trotzdem versucht, nichts zu sagen. Darauf hatten sich alle Seiten geeinigt. Auch Regensburg wollte es am Saisonende selbst veröffentlichen. Dass es jetzt geklappt hat, ist umso schöner. Ich freue mich jetzt auch, angreifen zu können.

Warum hast du dich für den Wechsel nach Berlin entschieden?

  • Ich bin gut in die Saison gestartet. Da kam dann die Frage auf, wie der nächste Schritt aussehen könnte. Ich wollte auch sehr gerne hoch in die DEL. Dann kam irgendwann Berlin mit ins Gespräch. Ich hatte mich auch mit Sebastian Elwing (Anm. d. Red.: Torwarttrainer der Eisbären Berlin) unterhalten, der mich auch kennenlernen wollte. Dann war es eine relativ einfache Entscheidung. Auch Regensburgs Torwarttrainer Joey Vollmer meinte, dass es für mich der beste Schritt sei. Umso erfreulicher war es dann auch, dass es schlussendlich geklappt hat.

Kennst du einen deiner neuen Mitspieler schon persönlich?

  • Ja, ich kenne Bergi (Anm. d. Red.: Lean Bergmann) aus Iserlohn. Wir hatten aber vorher keinen Kontakt.

Die 75 ist eine ungewöhnliche Rückennummer für Goalies. Wie kam es dazu?

  • Die Nummer habe ich gewählt, als ich nach Regensburg kam. Ich wollte eine neue Nummer, wie bei einem kleinen Neuanfang. Ich habe am 5. Juli Geburtstag, also am 5.7. Wenn man die Ziffern tauscht, kommt man zur 75. Deswegen habe ich mich dann für diese Rückennummer entschieden.

Warum bist du Torhüter geworden?

  • Ich habe mit ungefähr fünf Jahren in Iserlohn mit Inlinehockey angefangen. Nach einem Jahr habe ich gesagt, dass ich ins Tor gehen möchte. Ich habe angeblich auch so lange gequengelt, bis meine Mutter nachgegeben hat. Auch wenn sie anfangs nicht sehr erfreut darüber war. (lacht)

Mit 19 Jahren standest du für Iserlohn zum ersten Mal in der DEL zwischen den Pfosten. Gegen München gab es direkt einen Shutout. Kannst du dich noch gut an dieses Spiel erinnern?

  • Ja, daran kann ich mich sogar noch sehr gut erinnern, auch an das Datum. An dem Tag hat einfach alles gepasst. Dieses schöne Ereignis werde ich niemals vergessen.

Welche Ziele hast du dir für die Zeit bei den Eisbären gesetzt?

  • Ein klar definiertes Ziel habe ich nicht. Ich gehe es so, wie die letzten Jahre an. Ich möchte mich weiter entwickeln und nicht stagnieren. Ich möchte auf dem höheren Niveau den nächsten Schritt gehen und in der Liga ankommen. So möchte ich Schritt für Schritt weitergehen.

In den letzten drei Jahren hast du in Regensburg gespielt. Du hast dich bei den anderen Eisbären immer weiterentwickelt und kommst nun als DEL2-Spieler und -Torhüter des Jahres nach Berlin. Was hat deine Entwicklung am meisten beeinflusst?

  • Die drei Jahre in Regensburg haben mir von Beginn an sehr gutgetan. Auch mit Joey Vollmer an meiner Seite. Er hat mich einerseits spielerisch auf dem Eis gut weiterentwickelt. Ich habe aber auch im Mentalen und im Spielverständnis einen großen Schritt in meiner Persönlichkeit gemacht.

Euer Playoff-Rekordspiel gegen Rosenheim ging über 123 Minuten. Konntest du am Ende überhaupt noch stehen?

  • Ich glaube, da wurde man vor allem vom Adrenalin getragen. Einfach dieser unbändige Wille zu gewinnen. Der ist erst recht umso größer, wenn man so lange spielt. Man möchte es unbedingt nach Hause bringen. So ein Sieg gibt dann für die weiteren Playoffs einen großen Extra-Push, den man nach solch einer anstrengenden Partie aber auch gut braucht. Zwei Tage später geht’s ja direkt weiter.

Du hast die mentale Komponente im Torwartspiel bereits angesprochen. Du spielst auf einer Position, die viel mentale Stärke erfordert. Wie gehst du mit Drucksituationen um?

  • Ich schaue, dass ich das umdrehe und eher Vorfreude verspüre. Ich mache mir nicht zu viel Druck. Ich verspüre Vorfreude, dass ich auf etwas lange hingearbeitet habe, sodass ich die Momente genieße.

Hast du bestimmte Rituale an Spieltagen?

  • Nicht wirklich. Ich esse immer zu den gleichen Zeiten und mache noch einen kurzen Mittagsschlaf. Also nichts Verrücktes. Ich habe auch hier versucht, lockerer zu werden und nicht auf der Suche nach dem perfekten Ablauf zu sein.

Hast du Vorbilder, die dich inspirieren?

  • Ich mochte Carey Price früher sehr gerne. Ich habe jedoch kein klassisches Vorbild. Ich schaue bei vielen Torhütern, wie sie etwas machen, um auf diese Weise etwas zu lernen.

Wie sehen deine Pläne für die kommenden Wochen und Monate aus?

  • Ich habe noch keinen Urlaub geplant. Da werde ich spontan schauen. Hier wollte ich mich noch mit den Verantwortlichen der Eisbären abstimmen und auch mit Danny Mawer (Red.: Fitnesstrainer der Eisbären Berlin) sprechen. Im Sommer ist dann noch ein Torwart-Camp in der Schweiz geplant.

Worauf dürfen sich deine neuen Mitspieler und Fans freuen? Bist du ein eher ruhigerer oder extrovertierter Typ?

  • Ich glaube, da bin ich ein gutes Mittelding. Ich versuche, immer ein Lächeln auf den Lippen zu haben, Freude mitzubringen und eine gewisse Leichtigkeit auszustrahlen.

Wie verbringst du deine Freizeit?

  • Ich gehe gerne essen. (lacht) Während der Saison genieße ich gerne die Zeit mit meinen Mitspielern und in der Sommerpause natürlich auch mit meinen Freunden zu Hause. Sonst spiele ich im Sommer gerne Tennis und Paddeltennis.

Hast du versteckte Talente?

  • Bis jetzt habe ich leider noch nichts gefunden. Aber vielleicht entdecke ich ja noch etwas. (lacht)

Hast du dir je überlegt, was du beruflich gemacht hättest, wenn es nicht mit dem Eishockey geklappt hätte?

  • Das ist eine gute Frage… In meiner Familie sind väterlicherseits alle in der Marketing-Branche tätig. Vielleicht hätte ich mich auch für diesen Weg entschieden.

Vielen Dank für deine Zeit, Jonas.

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