Über Tobias Ancickas Profi-Debüt

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22.02.2019

78 von 84 Schüssen: ein 17-Jähriger überzeugt auf ganzer Linie

In Zeiten von Förderlizenzen und verstärktem Fokus auf die Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen sind Profi-Debüts von jungen Talenten in den zwei höchsten deutschen Spielklassen längst kein Novum mehr. Spieler unter 23 Jahren sind in nahezu jedem DEL-/DEL2-Kader ein fester Bestandteil (und das ist auch Pflicht), jedoch selten auf einer bestimmten Position: zwischen den Pfosten. Tobias Ancicka ist einer von jenen, die sich das Vertrauen erarbeitet und die damit einhergehende Verantwortung bekommen haben.

 

Wir schreiben den 15. Februar 2019. Unmittelbar vor seinem 18. Geburtstag (27. Februar) kommt der gebürtige Heilbronner unverhofft zu seinem ersten Spiel im Profibereich. Wenige Stunden vor Spielbeginn verkündeten die Lausitzer Füchse das Saisonaus des Stammtorhüters Olafr Schmidt, der sich einer Operation an der Schulter unterziehen muss. Maximilian Franzreb (im Kader der Eisbären) und Marvin Cüpper (verletzt) kommen zurzeit ebenfalls nicht infrage für den Kooperationspartner des Hauptstadtclubs.

 

Doppeltes Heimspiel

Aufgrund dessen verpflichtete die Mannschaft aus Weißwasser, im Hinblick auf die Playoffs, den kanadischen Schlussmann Jason Kasdorf nach. Darüber hinaus wurde der 17-jährige Tobias Ancicka für den Spielbetrieb der DEL2 lizenziert. Seit Dienstag vergangener Woche trainierte Ancicka in Weißwasser und gab nur drei Tage später seinen Einstand im Unterhaus. 

 

„Grundsätzlich ist man natürlich immer darauf vorbereitet, dass man möglicherweise zum Einsatz kommt. Am Freitag habe ich dann im Frühtraining vor dem Spiel erfahren, dass ich spielen darf. Es hat mich sehr gefreut, ich war ehrlich gesagt auch etwas überrascht.“ 

 

Die Lausitzer Füchse empfingen ausgerechnet die Heilbronner Falken, das Team aus der Geburtsstadt des jungen Torhüters. Der 17-Jährige stand vor einer riesigen Herausforderung – und bewältigte diese bravurös. 

 

„Fünf Stunden vor Spielbeginn war ich wirklich sehr nervös. Als ich dann in die Kabine kam, war die Nervosität aber schnell verflogen. Die Jungs haben viel mit mir gesprochen und das hat mir enorm geholfen.“

 

Mit 41 Paraden aus 43 abgefeuerten Schüssen sowie einer Riesentat in der letzten Spielminute garantierte Ancicka vor knapp 3.000 Zuschauern den 3:2-Heimsieg der Füchse und überzeugte offensichtlich so sehr, dass er zwei Tage darauf erneut zwischen den Pfosten stehen durfte. Im tiefsten Süden Deutschlands beim Tabellenzwölften aus Bad Tölz unterlagen die Füchse aber nach Overtime mit 3:4. Die Bilanz des ersten Profiwochenendes von unserer #45: 78 Schüsse, sechs Gegentore und eine Ausbeute von vier Punkten – ein verheißungsvoller Einstand! 

 

„Es war einfach eine unglaubliche Erfahrung – natürlich auch aufgrund der Fans in Weißwasser! Nach dem Heimsieg gegen Heilbronn durfte ich dann auch noch die Fahne über das Eis fahren.“

 

Vor seinem Debüt-Wochenende spielte Ancicka in dieser Saison lediglich für die DNL-Mannschaft der Eisbären Juniors Berlin. Zudem trainierte er regelmäßig mit dem DEL-Team, kam allerdings noch nicht zu einem Einsatz. Trotzdem schien das Training mit DEL-Spielern geholfen zu haben: 

 

„Das Tempo in der DEL2 war logischerweise weitaus höher, als das in der Deutschen Nachwuchs Liga, aber durch das Training mit den Profis der Eisbären Berlin und die Einheiten mit den Füchsen in den letzten Tagen konnte ich mich sehr schnell an die Geschwindigkeit gewöhnen.“

 

Aktuell steht Weißwasser an dritter Stelle der DEL2-Tabelle und hat lediglich einen Zähler Rückstand auf den Zweitplatzierten Ravensburg sowie Tabellenführer Löwen Frankfurt. Nun sind es nur noch vier Spieltage, bis die Hauptrunde abgeschlossen ist. Ob die Füchse im Endspurt auf den jüngsten Torhüter der DEL2 setzen, oder sich lieber für den erfahreneren Kasdorf entscheiden, wird sich zeigen. Egal wie, die Erinnerung an ein gelungenes Profidebüt bleibt Tobias Ancicka auf jeden Fall.

 

Paul Heiber

 

 

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