Wo warst du, als Jonas Müller im Olympia-Finale traf? (5)

Wo warst du, als Jonas Müller im Olympia-Finale traf? (5)

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26.02.2019

Wo warst du, als Jonas Müller im Olympia-Finale traf? (5)

Der 25. Februar 2018 war ein denkwürdiger Tag für das Eishockey in unserer Republik. Das Team vom Deutschen Eishockey Bund (DEB) hatte es bis ins Olympiafinale geschafft und traf dort auf die olympischen Athleten aus Russland. Über 8000 Kilometer von Berlin entfernt, im südkoreanischen Pyeongchang, ging es hart zur Sache. In der 57. Minute kam dann der Auftritt von Eisbären-Verteidiger Jonas Müller aus Berlin-Karlshorst. Wir wollen mit einer kleinen Artikelserie auf den womöglich größten Tag im deutschen Eishockey zurückblicken.

So nervös wie im April 2012

Von Christian Baumeier

Hm, wo war ich, als Jonas Müller das wichtigste Tor der deutschen Eishockeygeschichte geschossen hat? Der Frage bin ich das erste Mal gedanklich auf den Grund gegangen, als Eisbären-Pressesprecher Daniel Goldstein sie in der Weihnachtsepisode des Hauptstadteishockey-Podcasts stellte. In Anlehnung an das Buch, in denen Menschen in Ost und West die Frage beantworteten, wo sie denn waren, als Jürgen Sparwasser 1974 während der Fußball-Weltmeisterschaft in Hamburg das 1:0 der DDR gegen die BRD schoss.

Ich glaube, dass ich im Podcast die Antwort gegeben habe, dass ich, wie der Großteil der Menschen, einfach zuhause auf der Couch saß und das Spiel gesehen habe. Eigentlich ist das eine ziemlich langweilige Antwort und deshalb bin ich, als die Anfrage zum einjährigen Jubiläum reinkam, noch mal in mich gegangen und habe die Tweets von damals gelesen und auch wieder genau diese Euphorie gespürt, wie sie damals durch das Land schwappte als dieser kleine krasse Außenseiter Deutschland die gesamte Republik verzauberte und Stück für Stück immer mehr mitriss. Vom Spiel gegen die Schweiz über das Viertelfinale gegen Schweden, das Halbfinale gegen Kanada bis zum letztendlichen Olympiafinale.

Man merkte vor allem, wie die Euphorie grad bei den Nicht-Eishockeyfans stieg. So erinnerte ich mich z.B. noch an eine Bekannte, die mit Eishockey absolut nichts zu tun hat, wie sie mir über Twitter schrieb „Grüße aus dem elterlichen Wohnzimmer. Mutter ruft ständig "wo is der Puck?", Vater is voll begeistert. Ich hab keinen Plan." Und da wusste ich, das ist grad eine besondere Zeit, die die Leute und sogar ganze Familien mitreist. Ich selbst twitterte vor dem Jahrhundertspiel noch, dass ich so nervös wie seit dem 24. April 2012 nicht mehr war. Da fand das DEL-Finale Spiel 5 statt oder „Nur noch 20. Minuten. Ich kann es nicht glauben. Das erste Mal seit langer Zeit, dass mich Eishockey wieder flasht.“ Und das ist es auch, was bei mir hängen bleibt, wenn ich an den 25. Februar 2018 und das Eishockey-Olympiafinale 2018 in Pyeongchang denke, als Jonas Müller um 7:19 Uhr das größte Tor der deutschen Eishockeygeschichte schoss.

Christian Baumeier ist seit Mitte der 1990er Eisbären-Fan. Er ist einer der zwei Redakteure vom Hauptstadteishockey-Blog. Zudem ist er im Hauptstadteishockey-Podcast zu hören und am besten bekannt von Twitter als @Wally44.

Habt Ihr auch eine spannende Geschichte zum Müller-Tor? Dann schreibt sie auf und schickt sie uns per E-Mail (gerne mit Fotos) an [email protected]. Wir werden sie in loser Folge veröffentlichen. Bisher sind Texte von Paul HeiberHannes ElsterFlo Bande und Tom Kanzock erschienen.

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