Die dritten Olympischen Spiele
„Das olympische Feeling ist etwas ganz Besonderes“
In den kommenden vier Wochen pausiert die PENNY DEL für die Olympischen Spiele 2026. Das olympische Eishockeyturnier der Männer findet vom 11. bis 22. Februar in Mailand statt. Jonas Müller ist einer von vier Eisbären, die am größten Wintersportevent der Welt teilnehmen. Im Olympia-Interview erzählt uns der Silbermedaillengewinner von 2018, wie sehr er sich auch bei seinen dritten Olympischen Spielen noch auf die Teilnahme freut und was das Besondere am Wettbewerb unter den fünf Ringen ist.
- Vielen Dank für deine Zeit, Jonas. Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür. Wie groß ist die Vorfreude?
Die ist riesig. Vor allem wird sie immer größer, desto näher das Turnier rückt. Ich freue mich unheimlich auf die kommende Zeit, auch schon auf die Vorbereitung in Bozen. Wenn wir dann bei der Eröffnungsfeier sein werden, werden wir ganz sicher das Gefühl haben, dass es jetzt endlich startet.
- Du gehst bereits in deine dritten Olympischen Spiele. Wie unterscheidet sich deine heutige Perspektive von der bei deinem ersten Start 2018?
Die Vorfreude ist auch dieses Mal wieder sehr groß. Die Olympischen Spiele sind das größte Sportevent der Welt und immer wieder ein neues Erlebnis. Die letzten beiden Spiele waren zudem in Asien und somit weit von zu Hause entfernt. 2022 in Peking kamen dann noch Corona und die damit verbundenen Einschränkungen hinzu. Dieses Jahr sind die Olympischen Spiele wieder in Europa, da wird wahrscheinlich noch einmal eine andere Stimmung herrschen.
- Was geht dir durch den Kopf, wenn du an die Olympischen Spiele denkst?
Auf jeden Fall viel Spaß mit meinen Teamkollegen. Im Eishockey ist das Niveau unglaublich hoch. Vor allem dieses Jahr, wenn alle NHL-Spieler wieder mit dabei sein werden. Durch die Teilnahme der NHL-Spieler wird man auch noch einmal sehen, wo wir im internationalen Vergleich stehen.
- Was bedeutet es dir persönlich, erneut für Deutschland bei Olympischen Spielen auf dem Eis zu stehen?
Ich freue mich riesig, wieder dabei sein zu dürfen. Es ist immer wieder eine große Ehre, für die Nationalmannschaft zu spielen, gerade bei den Olympischen Spielen. Das Turnier wird noch einmal auf einem anderen Level sein, da ja die NHL-Stars dabei sein werden.
- Außerhalb vom sportlichen Stellenwert: Was macht Olympia so besonders?
Für mich ist es in erster Linie, dass so viele verschiedene Sportarten zusammenkommen und man sich auch die anderen Events live anschauen kann. Das olympische Feeling ist etwas ganz Besonderes, das möchte ich aufsaugen. An unseren freien Tagen werden wir ganz bestimmt versuchen, so viele andere Sportarten wie möglich zu besuchen. Es macht sehr viel Spaß, die anderen deutschen Sportler zu unterstützen. Es ist auch toll, genau diese Sportler dann bei den eigenen Spielen zu sehen, wie sie uns anfeuern.
- Ihr trefft in der Vorrunde auf Lettland, Dänemark und die USA. Wie schätzt du die Gruppe ein?
Mit den USA haben wir natürlich einen der großen Favoriten in der Gruppe. Die sind ausschließlich mit Topspielern aus der NHL am Start. Die Letten und Dänen dürfen wir aber auf keinen Fall unterschätzen. Das sind zwei gute Teams. Ich glaube aber, dass wir gute Chancen haben, wenn wir unser volles Potenzial abrufen.
- Mit welchen Erwartungen und Zielen geht ihr ins Turnier?
Das ist schwer zu sagen. Wir haben eine richtig gute Mannschaft. Wenn wir gut zusammenfinden, ist auf jeden Fall etwas möglich. Man sollte niemals nie sagen. 2018 haben wir auch immer nur von Spiel zu Spiel geschaut und vorher keine allzu großen Erwartungen gehabt. So sollten wir auch dieses Mal wieder ins Turnier gehen.
- Hast du persönliche Ziele?
Nein, überhaupt nicht. Ich versuche einfach, mit meiner Mannschaft Spaß zu haben und meine Teamkollegen bestmöglich zu unterstützen.
- Ab wann spricht man von erfolgreichen Olympischen Spielen?
Das ist schwer zu beantworten. Das Teilnehmerfeld ist dieses Jahr deutlich stärker als bei einer Weltmeisterschaft oder den letzten Olympischen Spielen. Das Viertelfinale sollte aber trotzdem mindestens unser Ziel sein.
- Es wurde viel über die neue Halle in Mailand und die ungewohnten Dimensionen der Eisfläche gesprochen? War dies vorher schon Thema innerhalb der Mannschaft?
Nein, eigentlich überhaupt nicht. Natürlich hat man das mitbekommen und auch Videos gesehen. Wir haben aber auch schon Videos bekommen, in denen alles gut aussah. Ich bin mir sicher, dass das alles gut sein wird. Da müssen wir uns keinen Kopf machen und können positiv nach vorne schauen.
- Wird deine Familie auch nach Mailand zu den Spielen kommen?
Ja, meine Familie wird auf jeden Fall bei den Vorrundenspielen vor Ort sein. Darauf freue ich mich. Wenn wir dann im weiteren Turnierverlauf weit kommen sollten, würden sie natürlich auch noch einmal nach Mailand kommen.
- Auf welche anderen Sportarten freust du dich am meisten?
Ich bin Biathlon-Fan. Diese Wettbewerbe finden aber leider in Cortina statt, also relativ weit entfernt von uns. Neben Eishockey werden in Mailand noch Shorttrack, Eisschnelllauf und Eiskunstlauf stattfinden. Eiskunstlauf habe ich noch nie live gesehen. Das werde ich mir eventuell anschauen. Vielleicht fahre ich auch einmal zum Ski-Freestyle. Das hatte ich mir vor vier Jahren in Peking angeschaut und fand es sehr cool.
- Ihr habt ja sicherlich auch eine Whatsapp-Gruppe der Mannschaft erstellt. Darfst du sagen, welchen Namen diese Gruppe hat?
Es gibt bislang eine offizielle Gruppe mit allen Fahrern. Also auch mit den Trainern und Betreuern. Eine reine Spieler-Gruppe haben wir bisher noch nicht eingerichtet. Die kommt dann erst, wenn es so richtig losgeht.
Vielen Dank für deine Zeit. Wir wünschen dir und der Nationalmannschaft viel Spaß und Erfolg!